Theaterproduktion

Theater lebt vom Experiment Undenkbares zu denken, nicht Machbares zu machen und Unsichtbares sichtbar zu machen.

raum13 wurde 2007 von Anja Kolacek (Theaterregisseurin, Choreografin, Kulturmanagerin und Projektentwicklerin) und Marc Leßle (Bühnen-und Lichtbildner, Objektkünstler und Projektentwickler) gegründet.

raum13 Kolacek & Leßle versteht sich als rhizomatischer Organismus experimenteller und politischer Kunst, der die klassischen Grenzen des Theaters sprengen will. Obwohl unser persönlicher Werdegang und unsere beruflichen Erfahrungen aus dem klassischen Theater stammen, sehen wir unsere heutige und zukünftige Arbeit als Theater, aber nicht im Klassischen Format an.

Wahl der künstlerischen Mittel

Wir arbeiten als Theatermacher transdisziplinär an der Schnittstelle von Schauspiel, Tanz, Musik und Bildender Kunst und ermöglichen dadurch bei der Wahl unserer künstlerischen Mittel systemreflexive, unabhängige und unkonventionelle Interaktionsebenen. Dieses Crossover der Künste ist kein Selbstzweck, sondern erzeugt erst Möglichkeiten, die Gegenwart immer wieder neu und aus unterschiedlichen Perspektiven historisch, politisch und sozial wirkungsmächtig zu beleuchten. Durch den angebotenen Perspektivenwechsel können Sichtweisen auf multiple Wirklichkeiten ermöglicht, respektive gesehen, oder/und durch individuelle Rezeptionen sowohl re-, als auch de-konstruiert werden. Somit können die Bedingungen des Theaters ausgetestet – respektive provozierend ausgereizt – und künstlerisch weiter entwickelt werden.

Arbeitsweise

Unsere thematische Suche gilt immer sozialen Phänomenen, die heutige Menschen gleichermaßen bewusst wie unbewusst bewegen und nicht der Suche nach klassischen Interpretationen von als auch nach Theatertexten. Daher schreiben wir unsere Stücke selbst. Über umfangreiche Recherche- und Konzeptionsprozesse nähern wir uns der jeweiligen Fragestellung an. Dabei wird anhand einer sozial- und kulturwissenschaftlich orientierten Materialauswahl, über Interviews, in Versuchs- und Improvisationsanordnungen das Substrat des anzustrebenden Stückes gewonnen und anschließend in eine Form gebracht. Während der Stückentwicklung weiten wir den Rechercheprozess über Inteviews auf das Publikum aus; Teile des Entstehungsprozesses finden als Performances und Interventionen im öffentlichen Raum statt. Der dabei zustande kommende Austausch als Prozess kann wiederum Impulse für die weiteren, sich verflechtenden Proben setzen und in die Arbeit einfließen.

Über das Bühnengeschehen hinaus

Wir initiieren den Austausch zwischen Künstlern und ihren Szenen und provozieren eine Zusammenarbeit über die disziplinären Trennlinien hinweg. Wir wirken dabei als organisatorische und künstlerische Ideengeber oder auch als Ideenbeteiligte und bieten mit raum13 die Möglichkeit der Realisierung von Visionen. Unser Anliegen ist es, durch den Dialog der Künstler aus verschiedenen ästhetischen und sozialen Bereichen etwas Verbindendes, Neues entstehen zu lassen. Dieser Dialog bezieht das Publikum mit ein, das in den begehbaren Räumen von raum13 dazu eingeladen wird, zu sehen, zu reden und sich zu neuen Aktionen inspirieren und mitreißen zu lassen.

Themantische Konzeption

Die ersten Jahre bestanden in der Produktion Spartenübergreifender einzelner Kunst- und Theaterproduktionen. In den darauffolgenden Jahren wurden neue Theaterformate, Plattformen und großangelegte Stadtkunstprojekte im dreidimensionalen und im digitalen Raum konzipiert und realisiert.

Mit Gründung des Deutzer Zentralwerks der Schönen Künste 2011 im zu entwickelnden Otto-&-Langen-Quartier konzentriert sich unser thematisches Konzept exemplarisch die Zusammenhänge von Industrialisierung 1.0 – Industrialisierung 4.0 und dem zeitgleich ablaufenden gesellschaftlichen Wandel der letzten 150–200 Jahren zu durchleuchten, in Zusammenhang zu bringen und in Zukunftsszenarien zu verweben.

Künstlerisch fokussiert auf die Umwandlung des über Jahre hinweg brachliegenden KHD-Werksgeländes entstand mit Schönheit der Vergänglichkeit #3-1 (2012–2015), eine Trilogie die die Zeit von der Gegenwart bis in das Gründungsjahr der Motorenwerke bereist und somit 150 Jahre Industrialisierung und deren Folgen thematisch behandelt. Hier begann im 19. Jh. die Weltmotorisierung und damit auch das uns prägende Erdölzeitalter, heute stehen wir am Ende dessen. Im Laufe des Projektes kommunizierten Generationen mit den Besuchern: ehemalige Mitarbeiter des ehemaligen Weltkonzerns, die Architektur der Gebäude, die hinterlassenen Einrichtungsgegenstände, sowie Akten, Briefumschläge, Fotos von Betriebsratswahlen und vieles mehr. 2013 wurde das Projekt Schönheit der Vergänglichkeit mit dem Kurt-Hackenberg-Preis für Poltisches Theater ausgezeichnet und für den Kölner Theaterpreis nominiert. Eine besondere Ehrung erfolgte bereits im Jahr 2014, als das Goethe-Institut raum13 auf die Liste der 10 interessantesten deutscher Kulturprojekte in ehemaligen Industriegebäuden setzte. Auf dieser Liste sind noch u.a. so bekannte Institutionen wie die Muffathallen München, das Radialsystem V Berlin, die Kulturbrauerei Berlin und die Zeche Carl Essen.

Künstlerisch in die Zukunft zielt das Anschlussprojekt Das Land Utopia #1–3 (2015–2018) darauf ab, aus den in den letzten Jahren immer wieder aufgeworfenen Fragen und Antworten Visionen zu formulieren, deren Inhalte sich an den heute gegebenen als auch weiterhin zu generierenden gesellschaftlichen Fragen und Aufgaben orientieren, sich aber auch historisch-politisch reflexiv den zukünftigen Anforderungen zuwendet. Wie wäre es, wenn die Großstadt als „Das Land Utopia“ diskutiert werden würde? Wie möchten wir leben, arbeiten, alt werden und unsere Kinder aufwachsen sehen? Wem gehört die Stadt? Muss die Kunst, müssen die Künstler sich einmischen oder sind sie nur immer einer der ersten Schritte zur Gentrifizierung unseres Stadtraums? Welche Rolle spielt raum13? Mit einer Nominierung rückte der renommierte Kölner Kulturrat im Frühjahr 2018 die künstlerische Scherpunktsetzung „Das Land Utopia als zukunftsweisende und herausragende Initiative ins Scheinwerferlicht. Eine weitere Ehre wurde zu Teil mit der Nominierung zum Kurt-Hackenberg-Preis für politisches Theater.

Im Hinblick auf die Zukunft des Otto-&-Langen-Quartiers führt die raum13 gGmbH seit 2016 Gespräche mit Akteuren aus Politik, Verwaltung, Zivilgesellschaft und Wirtschaft. Im Rahmen der von 2018–2021 stattfindenden vierwöchigen Zukunftswerkstätten LAB 1869 Zukunfts Werk Stadt mit mehr als 180 involvierten Expertinnen und Experten aus den Bereichen Kunst, Wissenschaft, Politik, Verwaltung, Architektur und Stadtplanung sowie über 800 engagierten und interessierten Bürgerinnen und Bürgern wurde in transdisziplinären Werkstattformaten die Gestaltung des zukünftigen Otto-&-Langen-Quartiers diskutiert und mit künstlerischen Herangehensweisen neu beleuchtet. Künstlerisch umgewandelt wurden die Ergebnisse in dem seit 2018 jährlich stattfindenden Festival Zeitspiralfedern. Dieses überregional einzigartige LAB1869 Zukunfts Werk Stadt hat einerseits die Aufgabe unsere zukünftigen Herausforderungen des gesellschaftlichen Zusammenlebens in der Urbanität zu erfragen, als auch die technischen Herausforderungen einer wachsenden Stadt und Metropole zu erforschen und zu erproben. Aus dieser Auseinandersetzung entstand 2019 das Zukunfts Werk Stadt_Das Buch und der dazugehörige Faltplan Zukunfts Werk Stadt_ Der Faltplan als erste Konzeptionelle Planung für das Otto-&-Langen-Quartier.

Bei raum13 handelt es sich, besonders unter Betrachtung der Jahre 2020–23, um ein künstlerisch operierendes Kollektiv, welches Theater und bildende Kunst nicht als isolierte Aufführungs- und Ausstellungsformate begreift, sondern als notwendige Arbeit an der Entwicklung eines urbanen Raumes – Hope Courage Schönheit & Genuß.

raum13 startet kraftvoll mit einem zusätzlichen und spannenden Projekt in das Jahr 2023. Das Zentrum Zeitgenössische Stadtentwicklung wird eröffnet. Es entsteht ein einzigartiger Ort mit multifunktionalen Arbeitsräumen für transdisziplinäre Kunst, Architektur und Planung, Ausstellungen, Diskussionen, Workshops und viele weitere künstlerische Projekte.

Aufbauend auf diesem wertvollen und erfahrenen Netzwerk aus Expertinnen und Experten, Unterstützerinnen und Unterstützern und den letzten zehn Jahre inhaltlicher und organisatorischer Arbeit freuen wir uns auf zukünftige Herausforderungen.

Herausforderung – raum13 Deutzer Zentralwerk der Schönen Künste mehr
Thematische Fokussierung – Trilogie Schönheit der Vergänglichkeit #3-1 in den Jahren 2012–14 mehr
Thematische Fokussierung – Trilogie Das Land Utopia #1-3 in den Jahren 2014-18 mehr
Thematische Fokussierung – Trilogie Zeitspiralfedern #1-3 in den Jahren 2021-22
Thematische Fokussierung – Hope Courage Schönheit & Genuß in den Jahren 2022–23
Herausforderung – Zentrum Zeitgenössische Stadtentwicklung

Auswahl bisheriger Auszeichnungen:

  • Herausragende Leistung zur aktuellen Entwicklung des Tanzes | Deutsche Bühne 2011
  • raum13 unter den10 wichtigsten Projekten der BRD | Goethe Institut 2014
  • Nennung als zukunftsweisende Initiative | Kölner Kultrrat 2018
  • Ausgezeichnet mit dem Kurt-Hackenberg-Preis 2013
  • Nominiert für den Theaterpreis 2013
  • Nominiert für den Kurt-Hackenberg-Preis 2015
  • Nominiert für den Kurt-Hackenberg-Preis 2018
raum13 gGmbH
Anja Kolacek/Marc Leßle
Haselbergstr. 15
50931 Köln
0221 4232185
0176 23354794
0176 23354795
HRB 71468 | Steuernr. 223/5917/0557
Spendenkonto
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