FORMENCOLONIA

16. Juni 2018 um 19:30 Uhr | Deutzer Zentralwerk der Schönen Künste  

In Reflexion auf den raum13-Themenschwerpunkt „Das Land Utopia #1-3“  trifft der Komponist und Musiker Carl Friedrich Oesterhelt auf den Keyboarder und Mastermind der legendären 70er Jahre Krautrock-Band faust Hans Joachim Irmler. Beide Ausnahmemusiker und Experimentatoren führen seit Jahren einen musikalischen Dialog, der sich in FORMEN als visionäres wie vielschichtiges Album materialisiert hat. Oesterhelt schrieb die Partituren für die Streicher, das Streichquartett wurde ins Studio eingeladen, die Partituren entwickelten sich über Nacht als Musik.

Für das Projekt FORMENCOLONIA soll diese musikalische Begegnung fortgeführt und um die Autoren Marie T. Martin, Mia Frimmer, Martin Mandler und Ulrike Anna Bleier sowie das Künstlerduo raum13 Kolacek & Leßle erweitert werden. Ob Epik, Dramatik oder Lyrik, inspiriert durch FORMEN im Dialog mit dem Kunstobjekt raum13 Deutzer Zentralwerk der Schönen Künste werden vier unterschiedliche Miniaturarbeiten entstehen, die emotional den Schriftsteller in Reflektion mit den anderen Künsten sichtbar macht. Der Cellist Mathis Mayr und der Percussionist Salewski werden hierzu live musikalisch neue Wege beschreiten.

Ein Projekt von und mit: Ulrike Anna Bleier, Hans Joachim Irmler, Mia Frimmer, Anja Kolacek, Marc Leßle, Martin Mandler, Marie T. Martin, Mathis Mayr, Carl Friedrich Oesterhelt, Salewski

Eintritt 16 € | 12 € ermäßigt – Reservierung empfohlen

Experimentell und in Inklusion mit der begehbaren Installation Deutzer Zentralwerk der Schönen Künste, einem Ort des Denken und Arbeitens - einer Stätte der Erfindung und Entwicklung, wird ein kreativer Raum weitergedacht und neu behauen werden. Diese einzigartige und einmalige Verknüpfung der Irmlerschen-Oesterheltischen Musik mit Sprache, Texten und Worten ist ein Moment des Offenlegens der Schritte, der Wahrnehmung der Autoren zu ihrem direkten Gedanken und dem unmittelbar anschließenden literarischen Ausdruck. 

Für diese außergewöhnliche Begegnung bietet das Deutzer Zentralwerk der Schönen Künste den Partnern einen vom Goethe-Institut ausgezeichneten Kunst- und Freiraum in Köln. Auf 8000 qm ermöglichen Arbeitsräume, Ateliers u.a. Räumlichkeiten die Möglichkeit Ideen auszutauschen, in den Dialog zu treten und in gemeinsamen Experimenten in die Realität umzusetzen. FORMENCOLONIA  ist ein visionäres Projekt an den Grenzen von Literatur, Musik, Bildender Kunst und Performance, das sich quer denkend zwischen den Räumen Experimentallabor-Konzertsaal und/oder sozialer Plastik bewegt. 

Ulrike Anna Bleier, geboren 1968 in Regensburg, lebt in Köln. Für ihre literarischen Arbeiten wurde sie mehrfach ausgezeichnet. u.a. mit dem NRW-Arbeitsstipendium und einer Förderung durch die Stadtsparkasse KölnBonn (Sk-Stiftung). Zuletzt erhielt sie ein Residenzstipendium im Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf (2018). Ihr Roman „Schwimmerbecken“ stand 2017 auf der Hotlist der besten Bücher aus unabhängigen Verlagen. Im Herbst 2018 erscheint ihr zweiter Roman "Bushaltestelle" in der Edition Lichtung. (Kölnpremiere: 26.9.2018 im Literaturhaus Köln)

Hans- Joachim Irmler ist Keyboarder und Mastermind von faust, die von 1970 bis 1975 zusammen mit Bands wie Can und Neu! den Stil des „Krautrock“ prägten und internationale Erfolge feierten. Irmler agiert fern von jeder Nostalgie und Retro-Seligkeit, was er unentwegt mit zahlreichen Kollaborationen (Alfred Harth, Günther Müller, John Tchicai, To Roccoco Rot, Luiggi Archetti, Bernadette La Hengst, Z`EV uvw.) und Veröffentlichungen unter Beweis stellt. Ferner sucht er den Dialog zu Musikgrößen wie Fm Einheit, Gudrun Gut, Jacki Liebezeit und begibt sich nimmer müde auf experimentelle Klangreisen und spannt mit seinen Gesprächspartnern energetische Zwischenräume auf. Er ist künstlerischer Leiter des Klangbadfestivals und betreibt das faust studio in Scheer.

Mathis Mayr studierte Cello bei Uzi Wiesel in Sydney und an der Hochschule für Musik in München. 2005 erhielt er den Förderpreis für Musik der Stadt München. Seit 2008 ist er Mitglied des ensembles mosaik. Er trat mit Carl Oesterhelt bei den Musiktheaterproduktionen Die Perser und Konzert zur Revolution der Münchner Kammerspiele sowie Westwärts auf der Ruhrtriennale 2008 auf. Sein musikalisches Interesse und sein Repertoire umfassen Werke von der Renaissance- und Volksmusik bis zu zeitgenössischen Kompositionen. So spielte er Improvisationskonzerte mit Sebastiano Tramontana, Gunnar Geisse und Christoph Reiserer, Tanztheaterprojekte mit Monica Gomis und Mikel Aristegui, als Solist Cellokonzerte von Schumann und Dvorák, sowie zahlreiche Uraufführungen zeitgenössischer Kompositionen. Mit dem ensemble mosaik gastierte er bei vielen der wichtigsten internationalen Festivals für zeitgenössische Musik und wirkte bei zahlreichen Rundfunkaufnahmen und CD-Produktionen mit.

Marie T. Martin geboren 1982 in Freiburg, studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und lebt in Köln und im Markgräfler Land. Ausbildung zur Theaterpädagogin. Veröffentlichungen von Gedichten und Erzählungen in Anthologien und Zeitschriften, u.a manuskripte, Am Erker, Entwürfe, Macondo, poet, lauter niemand, Versenetze III, der Deutsche Lyrik-Kalender, Jahrbuch der Lyrik. 2007 Förderpreis des MDR-Literaturwettbewerbs, 2008 Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendium der Stadt Köln. 2009 Endrunde des Leonce-und-Lena-Preises. Im Jahr 2010 Stipendiatin der Stadt Köln im Atelier Galata in Istanbul und 2012 Stipen­diaten in Edenkoben sowie im LCB. Grimmelshausen-Förderpreis 2013. 2011 erschienen ihr Erzählband Luftpost und 2012 ihr Gedichtband Wisper­zimmer im poeten­laden Verlag. Sie erhielt Ar­beits­stipendium der Kunst­stiftung NRW. Ausge­wählte Erzäh­lungen und Gedichte wurden ins Englische, Polnische, Rumänische und Persische übertragen. Seit 2009 veröffentlicht sie die fortlaufende Heftreihe Die kleinen mon­chromen Freunde mit der Illustratorin Ulrike Steinke bei Onkel & Onkel, Berlin.

Mia Frimmer studierte Theater- u. Filmwissenschaft, Anglistik und Germanistik in London und Berlin. Lebt und arbeitet als Hörspielproduzentin, Autorin und Projektmanagerin in Berlin und Köln.

Martin Mandler, 1978 in Tirol geboren, ging mit 18 nach Wien, wo er Musiker, Student und Bibliothekar und Texter war. Inzwischen lebt er als Autor, Seminarhausbetreiber und Kreativdirektor in der Eifel.

Carl Friedrich Oesterhelt wird 1968 in München geboren. 
Er ist Komponist und Musiker bei Carlofashion, Tied & Tickled Trio und FSK. Daneben schreibt er Musik für Hörspiele ( "Durch diese Nacht sehe ich keinen einzigen Stern", "Die Perser"), so auch für die ausgezeichneten Hörspielproduktionen "Föhrenwald", "Speicher" und "Memory Loops" von Michaela Melián.) Er ist in zahlreichen Theaterprojekten für die Musik verantwortlich, hier vor allem an den Münchner Kammerspielen in den Inszenierungen "Erfolg", "Die Perser", " Hotel Europa" und "Gesäubert/Gier/ 4.48 Psychose" von Johan Simons. Mit Schorsch Kamerun arbeitet er bereits in den Produktionen "Westwärts" (Ruhrtriennale), "Bei aller Vorsicht!" (Wiener Festwochen), "Konzert zur Revolution" (Münchner Kammerspiele), "Das Ende der Selbstverwirklichung" (Centraltheater Leipzig), und "Der entkommene Aufstand" (Schauspiel Köln) zusammen.

Salewski Als Schlagzeuger, Perkussionist und Synthesizer-Spezialist hat sich Christian Brachtel unter seinem Künstlernamen Salewski in München längst einen Namen gemacht. Aufgewachsen in Schwabing als Sohn eines Jazzpianisten, war er zunächst Mitglied im Tölzer Knabenchor, bevor er eine Schlagzeugausbildung begann. Seit 1981 spielt er in verschiedenen Münchner Pop- und Rockbands und gibt der Münchner Musikszene in diesen Bereichen immer wieder wichtige Impulse. Aktuell ist er unter anderem in den Bands „Salewski“ und „Musica Povera“ (Rituelle Straßenmusik) mit Manu Rzitki, Zoro Babel und Anton Kaun aktiv sowie im Quartett "River" zusammen mit Rosalie Eberle, Hedwig Eberle und Federico Sánchez Nitzl. Auch auf dem Gebiet der Theatermusik feiert er Erfolge und war bereits bei verschiedenen Inszenierungen der Münchener Kammerspiele zu hören sowie bei mehreren Projekten von Schorsch Kamerun beteiligt. Salewski schafft Musik frei von Stilbeschränkungen oder herkömmlichen Kategorien. Rhythmische Disziplin geht bei ihm Hand in Hand mit improvisierter Spontanität und zeitgenössischer Eleganz. Für zahlreiche Münchner Musikerinnen und Musiker ist er ein hochprofessioneller und unverzichtbarer Partner, den die vielen Facetten und Möglichkeiten seines Instruments regelmäßig zu neuen Höchstleistungen anspornen.

raum13 Kolacek & Leßle wurde 2007 in Köln von Anja Kolacek und Marc Leßle gegründet. Mit teilweise ortsbezogenen, aber auch globalen genreübergreifenden Produktionen an den Schnittstellen von Tanz, Schauspiel, Musik und bildender Kunst arbeiten Kolacek/Leßle an den Phänomenen unserer Zeit. Die ersten Produktionen entstanden in Zusammenarbeit mit dem NS-Dokumentationszentrum, im Stadtraum, in der Christuskirche und im Kunsthaus Rhenania. Ab 2009 verwandelte sich die Arbeit zu großen Stadtkunstprojekten (wie Alleswastanzt, Tanzhaus Köln Interim). Ein aktuelles Stadtkunstprojekt von raum13 ist das Deutzer Zentralwerk der Schönen Künste. Seit 2011 wird das 8000qm-große historische Gebäudeensemble der Klöckner-Humboldt-Deutz-Werke erkundet, verwandelt und bespielt. Das Goethe-Institut zählt raum13 zu den zehn wichtigsten Projekten in Deutschland, die sich mit der kulturellen Nutzung von historischen Industrieanlagen beschäftigen. 

Anja Kolacek ist Geschäftsführerin und künstlerische Leiterin der raum13 gGmbH. Sie studierte Bühnentanz an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim sowie Kultur-Management an der VWA in Köln. Die ersten zehn Jahre ihrer künstlerischen Laufbahn arbeitete sie deutschlandweit als Tänzerin und Choreografin an verschiedenen Städtischen Bühnen unter anderem in Rostock und Heidelberg. 2002 wurde sie als Chorieografin und Regieassistentin ans Schauspiel Köln engagiert. 2003 übernahm sie die künstlerische und organisatorische Leitung des Jugendclub am Schauspiel Köln. Im Anschluss gründete sie 2007 gemeinsam mit dem Bühnen- und Lichtbildner Marc Leßle den raum13.

Marc Leßle ist Geschäftsführer und künstlerischer Leiter der raum13 gGmbH, die sich zum Ziel setzt die Kunst, insbesondere das Theater in seinem Ausdruck weiterzuentwickeln und genreübergreifende Frei-, Zwischen- und Denkräume für die Kunst im 21.Jhd. zu generieren. Schon während seiner Ausbildung als Bühnenbildner und Lichtgestalter sammelte Marc am Badischen Staatstheater Karlsruhe bei der Bühnen- Beleuchtungsabteilung erste Erfahrungen. Im Anschluss arbeitete er u. A. an den Städtischen Bühnen Köln und Heidelberg, an den Bayreuther Festspielen, den Zwingenberger Schlossfestspielen oder dem Festspielhaus Baden-Baden. Parallel dazu gründete er 1995 zusammen mit Freunden das La Mort Subite in Karlsruhe, ein Veranstaltungs- und Bierspezialitätenkeller, in dem er spartenübergreifende Kunstprogramme inszenierte.

 

 

 

 

 

 

Aufführungen

Sa 16. Jun - 19:30 Uhr

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